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Künstliche Intelligenz ist ...

... ein Hype, der unglaublich nervt. Es vergeht kein Tag ohne neue reißerische Headlines à la "Wie gefährlich ist KI?" in den Zeitungen. Und kein Tag ohne ebenso reißerische Antworten. Da gibt es die Prediger, die das Mantra der unglaublichen Möglichkeiten bis zur Kurzatmigkeit wiederholen. Sie preisen, wie viel bequemer unser aller Leben zukünftig sein wird, wenn erst ein Pflegeroboter das lästig Oma-aufs-Klo-bringen übernommen hat. Auf der anderen Seite der Hypeskala hocken, in dunkle Rhetorik gekleidet, die kritisch Sachverständigen, die ebenso gebetsmühlenartig warnen. Vor der Übernahme der Weltherrschaft durch die Algorithmen, vor der Eigenständigkeit der Maschinen und deren Absichten.

Meine Fresse, was für ein Geschwafel! Geht's auch ne Nummer kleiner oder zumindest näher an der Realität? Anscheinend nicht, denn das hieße, zu differenzieren, die Dinge zu benennen und zu verstehen (zumindest grob). Wir müssten die Komplexität des Themas einblenden statt so dermaßen zu vereinfachen, dass wirklich jeder Depp gesprächsfähig zu sein scheint. Um es mal auf den Punkt zu bringen: Wir reden über IT und sonst nix. Künstliche Intelligenz gibt es (Stand heute) nicht. Wir wissen noch nicht mal genau, wie das menschliche Gehirn funktioniert, ergo können wir auch nix Künstliches nachbilden. All diese wohlklingenden Begriffe wie selbstlernend oder superintelligent sind aus dem Kontext Mensch entnommen und gehören überhaupt nicht in die Diskussion darum, was Maschinen für uns tun können und könnten. Jetzt kann ich natürlich nicht verlangen, dass jeder Mensch Informatik studiert oder sich sich sonstwie ins Thema fräst, schon klar. Das würde in der organischen Intelligenz einiger Zeitgenossen auch sicher zu Fehlermeldungen führen. Mein Vorschlag: Wir könnten statt einer sinnentleerten Angstdebatte über die sinnvolle Frage "Wie wollen wir zukünftig leben?" diskutieren. Dazu dürfen und sollten Alle eine Meinung haben und diesen Diskurs halte ich für längst überfällig. Statt also stupide zu fragen, wann die Maschinen uns unterjochen, sollten wir in Szenarien denken und Was-Wäre-Wenn-Diskussionen führen. Denn mit Ethik haben die Maschinen nichts am Hut, das ist unsere Sache. Künstliche Intelligenz ist also ein guter Anlass, um gemeinsam über unsere Zukunft zu debattieren.

In diesem Sinne...bleiben Sie erfolgreich!

 

 

Erstellt von Stephanie Borgert am 18. Juli 2018 - Keine Kommentare


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