Familiengeschichte - Humanismus - Demokratie

"Dies ist die Prozessakte Eures Großvaters." Das waren die Worte meiner Großmutter und sie überraschten uns alle. Wir alle wussten natürlich, dass mein Opa in den 1960'er Jahren inhaftiert war, aber das es eine Akte dazu gab? Jetzt, dachte ich, lerne ich meinen Opa noch mehr kennen. Erfahre, was er erlebt und was er getan hat im zweiten Weltkrieg. Ich las in dem Ordner, mit Entsetzen, unter Tränen, angewidert und fassungslos. Immer wieder nahm ich ihn aus dem Regal, las Abschnitte und recherchierte. Eine Frage stand im Raum: Warum ist dieser Ordner bei mir? Mit der Zeit wird mir immer klarer, wie stark die Parallelen zur heutigen politischen, gesellschaftlichen Situation sind. Abgrenzung, Ausgrenzung, Lagerhaltung von Menschen und auch der Sprachgebrauch ist der alte. Dann treffe ich auf Carola von Seckendorff und Cornelia Kupferschmid und es ist sonnenklar: Mit der Geschichte meines Großvaters, meiner Familie kann ich meine Sorge um das Erstarken des Rechtspopulismus ausdrücken und Stellung beziehen für Humanismus und einen gesellschaftlichen Diskurs. Die Vergangenheit ist nicht mehr zu ändern, aber wir können, nein, wir müssen aus ihr lernen und die Zukunft gestalten.

"Der Ordner" - ein Theaterstück

Inszeniert von Freifrau im Rahmen des Theaterprojektes 24h-MS.

Aktuelle Spieltermine:

15.06.2019 Joducus, 18 Uhr
16.06.2019 Kleiner Bühnenboden, 18 Uhr
07.10.2019 Stadthaus Münster
09.10.2019 Deutsche Hochschule der Polizei
10.01.2020 Kulturbahnhof Hiltrup

Bericht in der WN vom 09.10.2019 zu "Der Ordner"

TeDx Münster mit Nora Hespers

Am 02. November 2018 durfte ich mit der wundervollen Nora Hespers gemeinsam auf der Bühne stehen. Wir sprachen über unsere Großväter, unsere Familien und uns. Sehr hörenswert ist auch Noras podcast "Die Anachronistin".